Informationen zur PV-Eignungszonenwidmung

© Bgm. Martin Radatz

Stellungnahme Leithalandsprecher Bgm. Martin Radatz (Leithaprodersdorf) zum Sonnenpark Wimpassing

Natur- und Kulturregion Leithaland

Im Jahr 2008 wurde von den Gemeinden Hornstein, Wimpassing, Loretto, Stotzing und Leithaprodersdorf die Natur- und Kulturregion Leithaland gegründet. Ziel dieser ARGE (Arbeitsgemeinschaft) ist, die vielfältigen Natur- und Kulturgüter dieser Region gemeinsam zu erhalten und den Naherholungstourismus anzukurbeln. Das gigantische Photovoltaikprojekt in Wimpassing widerspricht eindeutig diesem Ziel. Täglich werden in Österreich 20 Hektar (ca. 30 Fußballfelder) zubetoniert. Hier wird wertvolles Ackerland verbaut und der ursprünglichen Nutzung entzogen. Das Landschaftsbild wird massiv beeinträchtigt. Die Gemeinde Leithaprodersdorf ist auch Mitglied der KEM (Klima- und Energiemodellregion) Leithaland. Wir fördern seit ca. 10 Jahren die Installation von Photovoltaikanlagen in den Haushalten, viele Dächer in unseren Gemeinden sind dafür noch frei. Natürlich ist die Installation einer PV-Anlage am Dach aufwendiger, trotzdem rechnet sich die Anschaffung, wenn man sich um Förderungen bemüht, in wenigen Jahren.

Für PV-Anlagen dieser Größenordnung ist unsere Region zu klein strukturiert, sie passen in weitläufigere Regionen, wo Siedlungsgebiete nicht so nahe beisammen liegen!

Dies soll meine persönliche Meinung widerspiegeln.

 

Mit freundlichen Grüßen

Bürgermeister Radatz Martin

© Bgm. Johann Fellinger

Stellungnahme Leithalandsprecher Bgm. Johann Fellinger (Zillingtal) zum Sonnenpark Wimpassing

Im Jahr 2009 haben sich die Gemeinderäte der Regionen Leithaland sowie Leithapforte entschieden, dass die Gemeinden dieser Regionen – Großhöflein, Müllendorf, Steinbrunn, Zillingtal, Neufeld, Hornstein, Wimpassing, Loretto, Stotzing und Leithaprodersdorf gemeinsam in der ARGE (Arbeitsgemeinschaft) Leithaland im touristischen- aber auch wirtschafts- und kommunalen Bereichen zusammenarbeiten wollen. Diese großartige, unpolitische Regionsarbeit, hat sich auf die KEM und KLAR Leithaland ausgedehnt. In diesen Bereichen wurden die Bundes- und EU Fördermöglichkeiten für Regionen, Klima, Energie und Ökologie aufgenommen. Diese Projekte werden mit vielen Fachleuten sowie Experten bearbeitet und umgesetzt. Immer mit der Betrachtung, dass Parteipolitik hintangestellt wurde. Leider haben sich im Land Burgenland die politischen Fronten verhärtet, was jetzt auch in unserer Regionsarbeit, scheinbar Einzug gehalten hat.

In vielen Bereichen des Burgenlandes, aber auch auf Bundesebene werden derzeit Projekte für Freiflächen PV Anlagen geprüft bzw. eingereicht. Auch so bei uns in der Region. In Wimpassing – Hornstein, aber auch in Steinbrunn – Zillingtal werden Projekte geprüft. Als einer der Regionssprecher, aber auch als Bürgermeister von Zillingtal, denke ich, dass wir uns neuen Technologien und Entwicklungen nicht verschließen sollten.  Auch kann ich verwendete Floskeln wie „Täglich werden in Österreich 20 Hektar (ca. 30 Fußballfelder) zubetoniert. Hier wird wertvolles Ackerland verbaut und der ursprünglichen Nutzung entzogen. Das Landschaftsbild wird massiv beeinträchtigt“, nicht mehr hören. Da ich aus vielen Bereichen mitbekomme, jeder will alle Stromverbraucher, jeder will Bauflächen, jeder will immer mehr. Jedoch ohne Veränderungen des Umfeldes.

Daher denke ich, dass wir als Gemeindeverantwortliche alle Fachexpertisen und Meinungen von Experten, betrachten sollten und nicht parteipolitisches Geplänkel in den Vordergrund stellen. Ich denke, dass aus jetziger Sicht, gezielt, moderat geplante Freiflächen PV Analgenbau als Sicher und überlegte Zukunftsprojekte auf Zeit, gutgeheißen werden können.

Dies soll meine persönliche Meinung widerspiegeln.

 

Mit freundlichen Grüßen

Bürgermeister Johann Fellinger

© Gerhard Jungbauer

Der Schutz des Klimas ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit.

Als Modellregionsmanager betreue ich in der Klima- und Energiemodellregion Leithaland (KEM) 9 Gemeinden und in der Klimawandel Anpassungsregion (KLAR) 5 Gemeinden. Sowohl KEM als auch KLAR sind durch Programme des Klima- und Energiefonds entstanden. Im Rahmen der Programme werden Klimaschutzprojekte (KEM) und Projekte, die die Auswirkungen des Klimawandels reduzieren sollen (KLAR), umgesetzt.

Die KEM Leithaland will die Abhängigkeit von teuren und umweltschädlichen Erdöl- und Erdgasimporten reduzieren und stattdessen saubere Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse aus der Region forcieren.

Die KLAR Leithaland möchte die bestehenden Ressourcen so weit wie möglich erhalten. Ihr geht es darum, sich an die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels anzupassen. Ihr Ziel ist die Erhaltung der Biodiversität, Hitzeprävention, Krisenprävention, Reduzieren von invasiven Pflanzen und Tieren, Vorbeugung von Trockenschäden in der Land- und Forstwirtschaft sowie weiteren Maßnahmen, die die Resilienz gegen die Auswirkungen des Klimawandels erhöht.

Im Sonnenpark Wimpassing soll auf mehreren Hektar Ackerland eine Freiflächen Photovoltaikanlage entstehen. Als KEM Manager bin ich vorbehaltlos für die Errichtung dieser Anlage. Nur durch einen gesunden Energiemix von Wind, Photovoltaik und anderen erneuerbaren Energiesystemen kann die Abhängigkeit von klimaschädlichen Erdöl- und Erdgasprodukten gelingen.

Klimaschutz bedeutet nicht nur eine große Herausforderung, sondern auch eine große Chance: Immer mehr Unternehmen und Gemeinden sowie Bürgerinnen und Bürger erkennen, dass der Klimaschutz neue Möglichkeiten eröffnet. Gleichzeitig bekennen wir uns zu einem sozial und umweltverträglichen Klimaschutz. Das bedeutet, dass wir durch Klimaschutzmaßnahmen keine sozialen Härtefälle erzeugen wollen, dass die Kosten für die Energie immer in einem Rahmen bleiben sollen, den sich jeder leisten kann und der Umwelt durch diese Maßnahmen wenig bis keine Nachteile entstehen. Mit der von der bgld. Landesregierung in Auftrag gegebenen Erstellung der „Rahmenrichtlinie Photovoltaikanlagen auf Freiflächen für das Burgenland 2020“ wurden strenge Kriterien festgelegt, um die Umweltverträglichkeit von Freiflächen PV Anlagen zu gewährleisten.

Lt. Angaben der Energie Burgenland und dem Bürgermeister der Gemeinde Wimpassing, Ernst Edelmann, werden alle naturschutzrechtlichen Vorgaben für dieses Projekt eingehalten (ansonsten wäre es auch nicht möglich, für diese Anlage eine Genehmigung zu bekommen) und darüber hinaus noch zusätzliche umweltschonende Maßnahmen gesetzt.

Die Anlage wird nicht eingezäunt, um den Wildwechsel nicht zu stören, für den Wildwechsel werden 3 Wege durch die Anlage geschaffen um diesen nicht zu beeinträchtigen. Die Anlage wird ohne Bodenversiegelung errichtet (kein Zubetonieren), es werden maximal 50% der Fläche mit PV Modulen abgedeckt, der Rest wird als Bienenweide (Blühwiese) ausgeführt.

Ein Teil der Anlage ist für die Doppelnutzung „PV+Landwirtschaft“ geplant (Agri PV). Es entstehen Weideflächen unter den PV Modulen und die Blühflächen werden für Imker zugängig gemacht.

Für das Projekt wird ein Blendgutachten erstellt, um die Sicherheit des Straßenverkehrs zu gewährleisten. Ein Teil der Anlage wird als Bürgerbeteiligungsanlage ausgeführt, um den Wimpassinger Bürgern Zugang zu günstiger Energie zu ermöglichen.

Die Energie Burgenland verpflichtet sich, die komplette Anlage nach 40 Jahren wieder rückzubauen und in den ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Um letzte Zweifel zu beseitigen und offene Fragen zu klären wurden von der Gemeinde Wimpassing drei Informationsveranstaltungen abgehalten. Es wurde auch eine Homepage, auf Initiative des Bürgermeisters installiert, auf der sehr vielen Frage zum Thema „Sonnenpark Wimpassing“ (Freiflächen Photovoltaik) beantwortet werden.

Auf gemeinsamen Beschluss aller Parteien ist am 6. Februar 2022 eine Volksbefragung geplant, ob die Bürger mit der Errichtung dieser Anlage einverstanden sind.

Mit diesen Auflagen und unter Berücksichtigung der Minimierung von Umweltschäden kann ich mich auch als KLAR Manager für den Bau dieser Anlage aussprechen.

 

Gerhard Jungbauer (KLAR Manager)

office@beimleithaberg.at

+43 676 57 11 299

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